Suchen Sie Mitarbeiter?
Schalten Sie jetzt für 65 Franken ein Stellenangebot auf Gastro-Express, der führenden Jobbörse für das Schweizer Gastgewerbe. Jahresabos ab 390 Franken.
10.06.2026
Schweiz kommt besser durch den Sommer als gedacht
Inland, USA und europäische Märkte als tragende Stütze
Die Auswirkungen der Iran-Krise halten an und treffen auch die Hochsaison im Juli und August. Dennoch zeigt der Schweizer Tourismus klare Erholungszeichen: Die Top-5-Märkte und das Image der Schweiz als sichere Premiumdestination stützen die Sommersaison 2026.
Der Schweizer Tourismus steuert dem Sommer 2026 mit verhaltener, aber klar erkennbarer Zuversicht entgegen. Das ist das Resultat der jüngsten Umfragen von Schweiz Tourismus innerhalb der Schweizer Tourismusbranche sowie bei den eigenen Niederlassungen im Ausland.
Die Hotellogiernächtezahlen des Monats April 2026 zeigen, dass aus dem Heimmarkt Schweiz ein Wachstum von 5.1% gegenüber dem Vorjahresmonat vorliegt, währenddem die ausländischen Märkte um minus 5.7% zurückliegen. Wie erwartet hat dies mit starken krisenbedingten Nachfragerückgängen aus Asien und aus den Golfstaaten zu tun, während die Nachfrage aus den USA oder diversen europäischen Ländern wuchs.
Doch wie sieht die Lage für die bevorstehende Sommer-Hochsaison im Juli und August aus? Wir haben bei unseren Niederlassungen nachgefragt. Die für den Schweizer Tourismus grössten Märkte Schweiz, Deutschland, die USA, Grossbritannien und Frankreich bilden das stabile Fundament der Sommersaison.
Die Nachfrage aus den DACH-Märkten dürfte auf hohem Niveau stabil oder gar leicht steigend sein. Aus dem Vereinigten Königreich und den nordischen Ländern wird ein Minus erwartet, das sich allerdings damit erklärt, dass die Logiernächtezahlen im Vorjahr aufgrund der Frauen-Fussball-EM in der Schweiz überdurchschnittlich hoch waren. Für Italien und Frankreich wird ein leichter Rückgang der Nachfrage vorausgesehen, so dass für Europa insgesamt ein Minus um 3% gegenüber dem Vorjahressommer prognostiziert ist.
Der wichtige nordamerikanische Markt bleibt stabil, die Nachfrage aus den USA bleibt unverändert hoch, sinkt in Kanada leicht und wächst in Brasilien, dürfte insgesamt damit rund 2% unterhalb des Vorjahres-Sommerniveaus bleiben.
Wichtig: Die Nachfrage aus den Golfstaaten verbessern sich langsam. Die Niederlassungen von Schweiz Tourismus in Dubai und Riad gehen von einer deutlichen Erholung der Hotelübernachtungen aus Saudi-Arabien aus, und auch die Gäste aus den VAE sollten wieder vermehrt in die Schweiz reisen. Die Hauptreisesaison dort steht noch bevor. Dennoch dürfte das Minus aus den Golfstaaten gegenüber dem Vorjahr bei rund 30% liegen.
Asien leidet unter der Krise
Weniger rosig sieht die Nachfrage aus Asien aus. Immerhin aus China dürfte im Sommer eine stabile Logiernächtezahl verzeichnet werden, während die Nachfrage aus Fernost sowie aus Indien auch in der Sommersaison weit unter den üblichen Volumen sein wird, mit einem prognostizierten Minus um 18%.
«Der Buchungsrückstand für Asien und die Golfstaaten als Ganzes wird für das Jahr 2026 nicht mehr aufzuholen sein. Aber aus einzelnen Märkten wie China oder Saudi-Arabien erwarten wir eine konzentrierte Sommernachfrage ab Juli», erklärt Simon Bosshart, Leiter Märkte Ost und Mitglied der Geschäftsleitung von Schweiz Tourismus.
Rückmeldungen der Branche
Natürlich ist die Lage nicht einheitlich im Schweizer Tourismus landesweit. Auch wenn sich die Marktsituation in den letzten Wochen beruhigt hat, gibt es grosse Unterschiede zwischen einzelnen Destinationen und Betrieben.
In der letzten Umfrage von Schweiz Tourismus ist die raschere Erholung im Premiumsegment markant: Mehrere Partner melden, dass sich die Buchungslage insbesondere in der Vier- und Fünf-Sterne-Hotellerie über den Erwartungen der vergangenen Monate stabilisiert, während Betriebe im Drei-Sterne-Segment und darunter weiterhin von spürbaren Herausforderungen sprechen.
Parahotellerie mit deutlichem Buchungswachstum
In der Parahotellerie zeigt sich ein leicht anderes Bild, das ein starkes Vorzeichen für den Sommer liefert. TCS Camping liegt beim Buchungsstand 14% über dem Vorjahr, Reka 9% und die Schweizer Jugendherbergen rund 4%. Das spricht für die Stärke des Heimmarktes sowie für Gäste, die in unsicheren Zeiten bewusst auf nahe, verlässliche Reiseziele setzen. Das Image der Schweiz als politisch stabile und sichere Destination ist hier von grossem Vorteil.
Frankenstärke: Weniger belastend als erwartet
Der starke Franken bleibt ein Gesprächsthema, seine tatsächliche Wettbewerbswirkung wird jedoch oft überschätzt. Da die Preise im Ausland inflationsbedingt deutlich stärker gestiegen sind als in der Schweiz, fällt die reale Aufwertung des Frankens erheblich moderater aus, als es die nominalen Wechselkurse nahelegen.
Fazit: Die Verluste aus bestimmten Fernmärkten sind signifikant und eine gewisse Zurückhaltung im Buchungsverhalten in- und ausländischer Gäste ist weiterhin spürbar. Insgesamt deuten die Vorlaufindikatoren dennoch auf eine Sommersaison hin, die robuster ausfallen dürfte, als der aussergewöhnlich turbulente Frühjahresverlauf befürchten liess.
- Iran-Krieg wirkt sich auf Tourismus in der Schweiz aus
- Geopolitische Lage hinterlässt Spuren in den Basler Hotels
- 20 Millionen Logiernächte: Wien-Tourismus in voller Blüte
Deutsche Touristen im Berner Oberland. Schweiz Tourismus
Dossier: Tourismus
Permanenter Link: https://www.baizer.ch/aktuell?rID=9980
Suchen Sie eine Stelle im Gastgewerbe?
Inserieren Sie kostenlos auf Gastro-Express, der führenden Jobbörse für das Schweizer Gastgewerbe!




